Grabenstetten

Nach der langen fliegerischen Abstinenz nutzen wir das gute Wetter am Sonntag um Freunde im Raum Stuttgart zu besuchen.  Eigentlich wollten wir zur „Hahnweide“ oder nach „Nabern/Teck“ aber leider dürfen nicht ansässige Maschinen hier an Sonntagen nicht landen.

Stuttgart selbst hat zwar eines der besten GAT´s in Deutschland, aber dafür verlangt man auch stolze 85 Euro (was ich lieber für „Airtime“ ausgebe) und jeder VFR Flieger muß am Vortag per Fax eine PPR Genehmigung beantragen.  Zum Glück „fanden“ wir dann noch das Fluggelände „Grabenstetten“, wo man uns die PPR Genehmigung auch direkt am Telefon erteilte.

Am Sonntag waren wir dann um kurz nach 9 am Haidberg, holten die „Remo“ aus dem Hangar und um kurz nach 10:00 waren wir in der Luft.

Unser Route führte uns dann zunächst genau nach Westen bis Kulmbach und von dort aus schnurstracks nach Grabenstetten. Fluchs noch bei „München Information“ angemeldet und ab durch die Mitte…. wenn da nicht die Kontrollzone Nürnberg mit dem darüber liegenden Luftraum „Charlie“ wäre.

Bisher hatte ich mich immer – mangels Lizenz – vom „C“ ferngehalten, aber irgendwann ist immer das erste mal.

Also brav bei „München Radar“ eine Verkehrsfreigabe angefragt und der Durchflug auf FL50 mit squawk 3701 wurde genehmigt. „Jetzt bloß keinen Fehler machen und schön Kurs und Höhe halten“ dachte ich mir, denn mit einem Linienflugzeug im Endanflug auf Nürnberg wollte ich keine Bekanntschaft machen. Die Controller waren aber – wie immer – sehr hilfsbereit und so bekam ich nach rund 20 Flugzeit „D-EZEL – cleard to leave frequency – squawk 7000“.

Nun ging es ziemlich lang über ziemlich flaches Land bis kurz hinter Kirchheim unter Teck der Nordrand der schwäbischen Alb in Sicht kam.  Ein traumhafter Anblick, der durch die Burgen „Teck“ und „Neuffen“ eingerahmt wurde.

Aber wo war der Flugplatz? Lt. GPS und Anflugkarte musste die Piste direkt vor uns auf dem Hochplateau liegen, aber da war nix außer Wald ?!  Kurz darauf löste sich dann das Rätsel als an einem unendlich langen Seil ein Segelflugzeug aus dem Wald hervorgeschossen kam. Also waren wir richtig,  drehten in den rechten Gegenanflug und im Queranflug sah man dann sogar die Piste.

Nach genau 1 Stunde und 16 Minuten landeten wir auf die Sekunde genau in Grabenstetten auf einer holprigen Piste. Unsere Freunde warteten schon mit ihren Kindern am Pistenrand.

Nach einem sonnigen Tag in Nürtingen ging es dann um 16:30 wieder zurück nach Hause.  Leider waren für den Nachmittag heftige Gewitter für den Raum Stuttgart gemeldet, sodas wir nicht noch länger bleiben konnten.

Der Start auf der Grasbahn war wieder sehr holprig, aber dafür entschädigte der  Abflug über den „Heidegraben“ vorbei an der Burg Hohen Neuffen mit seinem wunderschönen Panorama.

Dann ging wieder „direct to“ Kulmbach. Diesmal erhielt ich die Freigabe für „C-Nürnberg“ nur für FL70, was aber dank der hohen Wolkenuntergrenze kein Problem war. In Kulmbach legten wir noch einen kurzen Tankstopp ein und um kurz vor 17:50 kam die Piste von Zell in Sicht, wo wir nach ein paar Ehrenrunden überm Fichtelgebirge landeten.

Ein wunderschöner Tag bei bestem Flugwetter war zu ende und fliegerisch war wieder eine neue Hürde genommen: Mein erster Flug im kontrollierten Luftraum war gemeistert.

This entry was posted on Montag, Juni 7th, 2010 at 22:34 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply